Mauthausen

Unsere 10. Klassen unternehmen jedes Jahr eine Fahrt zur Gedenkstätte Mauthausen. Im Konzentrationslager dort wird den Schülern und Schülerinnen die Geschichte der Judenverfolgung eindrücklich näher gebracht.

Alle kursiv gedruckten Texte stammen von Jugendlichen nach dem Besuch der Gedenkstätte KZ Mauthausen, abgedruckt in: Jugendliche schreiben gegen das Vergessen, hrsg.v. Mauthausen Komitee, OGB Verlag o. J.

Warum eine Studienfahrt zu diesem Thema?

Ob wir es akzeptieren oder nicht, der Nationalsozialismus und seine Verbrechen sind ein wesentlicher Aspekt deutscher Geschichte. Dabei geht es nicht darum, der heutigen Generation Schuldgefühle zu vermitteln, sondern darum, ihr möglichst umfassende und vielgestaltige Informationen weiterzugeben und sie von den Werten einer freiheitlichen und rechtstaatlichen Ordnung zu überzeugen.
Neben dem Unterricht und seinen Methoden wie Quellen lesen, Bildmaterial analysieren usw. ist der Besuch eines authentischen Ortes eine Vertiefung, die Herz und Verstand gleichermaßen ansprechen kann.

Meine Geschichte.
Meine Geschichte?
Mich meiner Geschichte stellen!
Ich will raus!
Es ist vorbei
Und trotz der Zeit ist noch immer etwas da.

Warum die Gedenkstätte Mauthausen?

Gut, es steht im Lehrplan, dass nach Möglichkeit eine Studienfahrt zu einer KZ – Gedenkstätte in den Unterricht integriert sein sollte, aber dann könnte es ja die näher gelegene Gedenkstätte KZ Dachau sein. Warum also Mauthausen? Während das ehemalige KZ Dachau ein Musterlager der Kategorie I war, das heißt ein Lager, von dessen oft politischen Häftlingen sich die Nationalsozialisten zunächst durch den Lageraufenthalt ideologische Besserung versprachen, war des KZ Mauthausen als Lager der Kategorie III, als Vernichtungslager konzipiert.
Sowohl die Lage des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen als eine regelrechte Festungsanlage auf einer Anhöhe als auch die erhaltenen Bauten mit Steinbruch und Todesstiege lassen die verzweifelte Situation der Häftlinge auch heute noch sehr beeindruckend und erdrückend nachvollziehen.

Dennoch ist natürlich auch der Besuch der Gedenkstätte KZ Dachau sehr empfehlenswert; wir hoffen, dass sich die eine und andere Familie eigenständig auf den Weg macht, denn Dachau liegt näher als Mauthausen …

Es ist ein eigenartiges Gefühl,
Dort zu stehen, wo andere gefallen sind,
Dort zu gehen, wo andere gekrochen sind,
Dort zu atmen, wo andere erstickt sind.

Warum sind nicht nur die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Wertingen, sondern auch deren Eltern gefordert?

Wie schon im Elternbrief zu lesen war, setzen wir bei unseren Schülerinnen und Schülern ein für eine Studienfahrt angemessenes Verhalten voraus, d.h. es darf weder Alkohol getrunken noch geraucht werden und es wird angemessene Kleidung erwartet.
Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dass die vorher vereinbarten Regeln von allen beteiligten Schülerinnen und Schülern akzeptiert und verlässlich eingehalten werden. Nur auf einer solchen Basis des Vertrauens können Fahrten erfolgreich durchgeführt werden.
Leider zeigt sich manchmal, dass dieser Gedanke nicht für alle Schülerinnen und Schüler selbstverständlich ist.
Deswegen ist es sinnvoll, dass Eltern mit ihren Kindern über das Verhalten bei Studienfahrten sprechen und ihnen auch verdeutlichen, warum das Fehlverhalten einzelner das Fahrtenangebot für alle gefährdet.
Dieses solidarische Verhalten der Eltern unterstützt die Lehrkräfte am Gymnasium Wertingen und ermöglicht hoffentlich den Fortbestand der Studienfahrten als wichtiges pädagogisches Element an unserer Schule.


Ursula Nahme