Studienfahrt der 10. Klassen

40 Prozent der 18- bis 34-jährigen Deutschen wissen wenig oder gar nichts über den Holocaust. Dieses erschreckende Ergebnis förderte eine europaweite Antisemitismus-Studie des Fernsehsenders CNN vor Kurzem zutage. Bei ehemaligen Schülern des GW ist das anders. Denn hier wird schon seit vielen Jahren die Exkursion zur KZ-Gedenkstätte Mauthausen organisiert. So machten sich am Dienstag, 20. November, 118 Zehntklässler zusammen mit sechs Lehrern auf den Weg nach Linz, wo sie für drei Nächte im Jugendgästehaus untergebracht waren.
Das Thema Nationalsozialismus wurde anhand von drei Programmpunkten beleuchtet. Auf dem Weg nach Linz wurde das Dokumentationszentrum Obersalzberg besichtigt. Der Bunker dort ist leider derzeit wegen Umbaumaßnahmen geschlossen, aber die Schüler fanden sowohl die Dauerausstellung zum Nationalsozialismus wie auch den Film mit Zeitzeugenberichten sehr beeindruckend. Dass um Hitler damals ein Starkult betrieben wurde wie heute um manchen Pop- oder Fußballstar, war vielen neu. Den Schwerpunkt der Fahrt bildete der Tag in Mauthausen, wo die Klassen Rundgänge mit verschiedenem Zusatzprogramm unternahmen: Workshop Museum, Workshop Literatur oder Workshop Zeitzeugen. Anschließend konnte man zwischen einem Film über die Geschichte der KZ-Gedenkstätte und der selbstständigen Erkundung des Museums wählen. Eine Führung im Limoni-Stollen, einem Luftschutzbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, rundete am ‚Linz-Tag‘ das geschichtliche Programm ab. Aber nicht nur die Vergangenheit der Stadt, die einst ‚Kulturhauptstadt des Führers‘ werden sollte, stand auf dem Programm; die Schüler lernten auch das moderne Linz kennen und unternahmen eine Highlight-Führung im Ars Electronica Center, dem Museum der Zukunft, das einige so faszinierte, dass sie sogar in ihrer Freizeit noch einmal hineingingen. Außerdem war genug Zeit. um das vorweihnachtliche Linz zu erkunden und verschiedene Weihnachtsmärkte wie auch die Eiswunderwelt ‚Ice Magic‘ (mit Eisbar und Eisrutsche) zu besuchen.