Eine Jahrhundertgeschichte des Jazz

Alexandrina Simeon und Daniel Mark Eberhard bringen ihr Publikum zum Singen und Tanzen

Es ist immer eine Herausforderung des Unterrichts, über die Abgrenzungen von Lehrplanthemen und Schuljahren hinweg kulturgeschichtliche Entwicklungen und künstlerische Ausdrucksformen in ihren vielfältigen Beziehungen wahrzunehmen. Im Musikunterricht gilt dies besonders für die sich im Lauf des 20. Jahrhunderts ausdifferenzierende afroamerikanisch geprägte Popular- und Kunstmusik. So ist ein Glücksfall, wenn eine Künstlerin wie die Gesangssolistin Alexandrina Simeon es nicht nur versteht, Jazz aus allen Epochen wie aktuelle Hits aus Latin, Soul und Fusion gleichermaßen authentisch und virtuos darzustellen, sondern die Stile den 8. und 10. Klassen so eindrücklich vermittelt: Gemeinsam mit ihrem langjährigen Duopartner Daniel Mark Eberhard am Klavier hatte sie ein Programm zusammengestellt, das beginnend mit Worksong, Gospel und Blues einen Bogen über fast ein Jahrhundert spannte. Abwechselnd moderierend und zu Klatschen, Schnipsen, Tanzen und selbstverständlich Mit- und Nachsingen animierend zogen beide die Schülerinnen und Schüler 90 Minuten in ihren Bann. Durchweg positive Rückmeldungen und Diskussionen über Querbezüge zwischen den Stücken im Nachfeld sowie ungeteilte Aufmerksamkeit, Gemeinschaftsgefühl und Standing Ovations im Konzert zeigten, dass dies ein Höhepunkt des Musikunterrichts in diesem Halbjahr war.    

Dr. Christian Kaufmann