Juniorwahl am GW

Im Vorfeld zu den Landtagswahlen im Oktober sowie zu den Wahlen zum Europaparlament am 9. Juni fand an unserer Schule wieder die „Juniorwahl“ für die Klassenstufen 9-12 statt.

Sie basiert auf zwei Säulen: Die erste umfasst die unterrichtliche Vorbereitung, die die Lehrkräfte selbst in ihren Klassen durchführen. Inhaltlich behandeln sie Themen wie die Demokratie als Staatsform, den Ablauf und die Funktion von Wahlen, das deutsche Parteiensystem oder die Arbeit und Aufgaben des EU-Parlaments. Der fundierte Meinungsbildungsprozess, das Üben, Entscheidungen zu treffen und sich eine eigene Meinung zu bilden, stehen dabei im Vordergrund.

Die zweite Säule und der Höhepunkt des Projekts stellt der Wahlakt dar, der unmittelbar im Vorfeld der Landtags- bzw. Europawahlen stattfand. Organisiert wird er mit Unterstützung von Lehrkräften von den Schülerinnen und Schülern selbst, denn sie bilden einen Wahlvorstand, führen ein Wählerverzeichnis und erhalten Wahlbenachrichtigungen sowie Wahlkabinen und -urnen. Ihre Stimme können sie dann bei einer realitätsgetreuen Wahl abgeben. Zur Wahl stehen diejenigen Politikerinnen und Politiker, die im Wahlkreis der Schule auch öffentlich kandidieren.

Die Ergebnisse der „Juniorwahl“ werden zusammen mit den tatsächlichen Wahlergebnissen veröffentlicht und im Unterricht nachbesprochen.

Politische Bildung ist heute wichtiger denn je. Demokratiefeindliche Tendenzen, politische Gleichgültigkeit, das Misstrauen gegenüber politischen Akteuren und die fehlende Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, stellen Herausforderungen für parlamentarische Demokratien dar.

Wir sehen, dass gerade weltweit, in Europa und auch in Deutschland radikale und verfassungsfeindliche Einstellungen Zulauf erhalten. Wir sehen aber auch, dass viele tausende, vor allem junge Menschen, bei Demonstrationen gegen rechtes Gedankengut und für Vielfalt auf die Straßen gehen und sich für eine neue Klimapolitik stark machen.

Deshalb ist es besonders wichtig, Jugendlichen Gehör zu verschaffen und sie in ihren Belangen ernstzunehmen, sie an die Politik heranzuführen und dafür zu begeistern. Das Projekt „Juniorwahl“ möchte Schülerinnen und Schülern bewusst machen, welch grundlegende Bedeutung dem Bürgerrecht der allgemeinen, direkten, freien, gleichen und geheimen Wahl in der Demokratie zukommt: Die Teilnahme an Wahlen ist ein erster – aber notwendiger – Schritt zu einer umfassenderen politischen Beteiligung.

Stefanie Nettel