Bewegungsanalyse aus der Praxis

Im Rahmen der Inputphase des ersten Halbjahres der zwölften Jahrgangsstufe beschäftigten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des W-Seminars Bewegungsanalyse intensiv mit theoretischen und digitalen Zugängen zur Analyse menschlicher Bewegung. So stellten die Schülerinnen und Schüler unter anderem verschiedene Apps zur Bewegungsanalyse vor und diskutierten deren Einsatzmöglichkeiten und Grenzen.

Einen besonderen Praxisbezug erhielten die Seminarteilnehmer am Freitag, 6. Februar, durch den Besuch von Frau Saalfrank, ehemalige Leistungssportlerin und Expertin für Lauf- und Ganganalysen bei bei Hessing Laufsport (Sanitätshaus auf dem Gelände der Hessing Stiftung in Göggingen).

„Jede Läuferin und jeder Läufer hat einen ganz persönlichen Stil und diesem muss sich ein Schuh anpassen – nicht umgekehrt. Dazu gehörten eine möglichst realitätsnahe Gang- und Laufanalyse sowie das richtige Zusammenspiel zwischen Fuß, Sohle und Schuh“, erklärt Uschi Saalfrank.

Sie ermöglichte den Schülerinnen und Schülern einen fundierten Einblick in die professionelle Bewegungsdiagnostik, wie sie im medizinisch-sportwissenschaftlichen Alltag Anwendung findet.

Nach einem kurzen, anschaulichen theoretischen Einstieg erläuterte Frau Saalfrank zentrale Merkmale einer gesunden und effizienten Gangart. Dabei wurde schnell deutlich, wie komplex alltägliche Bewegungen sind und welche Auswirkungen Fehlbelastungen auf den gesamten Bewegungsapparat haben können.

Im Anschluss folgte der praktische Teil: Die Schülerinnen und Schüler wurden individuell hinsichtlich ihrer eigenen Gang- und Lauftechnik analysiert. Mit ihrem geschulten Expertenblick erkannte Frau Saalfrank sofort typische Schwachstellen, sprach diese gezielt an und zeigte konkrete Verbesserungsmöglichkeiten auf. Durch eine Vielzahl praktischer Übungen wurde die richtige Lauf- und Gehbewegung nicht nur erklärt, sondern unmittelbar erprobt und gefestigt.

Besonders gewinnbringend war die aktive Einbindung der Seminarteilnehmer in den Analyseprozess. Immer wieder stellte Frau Saalfrank Fragen wie „Was fällt euch auf?“ oder „Welche Abweichung erkennt ihr?“, wodurch die Schülerinnen und Schüler ihre Beobachtungsgabe schärfen und theoretisches Wissen direkt anwenden konnten. Das individuelle, passgenaue Feedback trug maßgeblich dazu bei, ein besseres Körpergefühl und ein tieferes Verständnis für Bewegungsabläufe zu entwickeln.

Zum Abschluss erhielten die Teilnehmer noch wertvolle Hinweise rund um den Kauf von Sportschuhen, ein Thema, das sowohl im Freizeit- als auch im Leistungssport eine zentrale Rolle spielt. Dabei wurde deutlich, dass eine gute Schuhwahl wesentlich zur Verletzungsprävention und zur Optimierung der Lauftechnik beitragen kann.

Der Besuch von Frau Saalfrank stellte für das W-Seminar eine äußerst bereichernde Ergänzung der theoretischen Arbeit dar und verdeutlichte eindrucksvoll, wie eng Wissenschaft, Praxis und Alltag miteinander verknüpft sind.  

Christian Hümpfner