Ein gar lustreiches Spektakel mit viel Jubel und Handgeklapper (und Blutwurst)

Im Lenzmond anno domini 2026 ward im ehrwürdigen Forum die große Pforte aufgetan: Das W-Seminar „Mittelalterbilder in der Popkultur“ rief, und Scharen von holden Damen und wackeren Recken folgten dem Ruf zu einem Abend, der mit Geschichte und Geschichten bis zum Rande gefüllet war…

Der Augsburger Barde Peter Dempf las aus seinem neuesten Roman „Im Auftrag der Fugger. Teufelsreigen“: Zwei ungewöhnliche Privatermittler werden von Jakob Fugger nach Venedig geschickt, dort stoßen die beiden bei einem Maskenball auf erste Hinweise einer Verschwörung und entgehen dabei nur knapp einem Brandanschlag. Zurück in Augsburg beginnt ein Abenteuer voller Intrigen und Machtspielchen.

Dempf nahm das Publikum mit auf eine Reise in die Welt des späten Mittelalters – in eine ebenso glanzvolle wie gefährliche Epoche. Mit spannenden, aber auch äußerst deftigen Textpassagen ließ er die Vergangenheit lebendig werden und zog die Zuhörerinnen und Zuhörer so schnell in seinen Bann. So manche zarte Vegetarier-Seele zuckte unterdes beim mehrmaligen Erklingen des Wortes „Blutwurst“ gar empfindlich zusammen, während die anderen das Buffet bereits vor dem inneren Auge aufgetischt sahen. Dank der vielen hungrigen und durstigen Gäste ward der Schmaus dann auch nicht lang unbeachtet und die Krüge blieben nicht lang leer.

Nach der Lesung gab es reichlich Muße für Fragen und Plauderei; Bücher wurden gezeichnet und geadelt mit der Signatur des Meisters. Am Ende spendete der Autor selbst gar viel Lob für die gelungene Organisation des Abends und die kurzweilige Moderation von Sarah Schweitzer, Veronika Wech und Christopher Rösner, und für alle gab es Jubel, Handgeklapper und heiteren Abgang.

Neben der literarischen Kurzweil rückte auch ein weiteres gemeinsames Projekt des Kurses in den Mittelpunkt: Die klingenden Münzen des Abends sollen genutzt werden für eine kühne Exkursion gen Kaltenberg, wo im Sommer das ritterliche Turnier tobt. Und wer dort jemals nach schattigen Logenplätzen Ausschau gehalten hat, weiß: Die Dinger kosten mehr als ein Pferd mit frischen Hufeisen!

Dorothee Defland-Petry und das W-Seminar Geschichte (und ein wenig neuzeitliche KI;)