13 Ideen in drei Tagen – und ein begeisterter Minister

Drei Tage lang wurde im MakerSpace des Gymnasiums Wertingen getüftelt, gebaut und programmiert. Vom 28. bis 30. September 2026 entwickelten rund 40 Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Jahrgangsstufe bei den Hackdays 13 Prototypen, die Probleme aus ihrem eigenen Schulalltag lösen. Zur Abschlussveranstaltung im Forum kam Schirmherr Dr. Fabian Mehring, Bayerns Staatsminister für Digitales – und zeigte sich begeistert.

Das Prinzip der Hackdays ist einfach: Jedes Team sucht sich ein echtes Problem aus dem Schulalltag und baut dafür eine technische Lösung, einen sogenannten „Hack“. Gearbeitet wird mit Mikrocontrollern, Sensoren, Motoren und 3D-Druck. Begleitet wurden die Teams von Coaches des KidsLab Augsburg; das Format stammt aus der Initiative „Make Your School – Eure Ideenwerkstatt“.

13 Projekte für einen besseren Schulalltag

Was dabei herauskam, kann sich sehen lassen. Die Ideen reichen vom Schulweg über die Mensa bis ins Klassenzimmer.

Auf dem Schulweg

  • Bus-Schranke: Eine Schranke an der Bushaltestelle soll Unfälle verhindern. Eine Lichtleiste im Boden und eine Lautsprecheransage warnen zusätzlich.
  • Bus-Check-in: Fahrgäste checken per RFID-Chip ein. Ist der Bus überfüllt, fordert das System automatisch ein weiteres Fahrzeug an.

In der Mensa

  • Warteschlangen-Überwachung: Das System behält die Schlange an der Essensausgabe im Blick. Über eine eigene Website lässt sich außerdem digital bestellen.
  • Ticket-System: Ein weiteres Team hat ein Ticket-System für die Mensa entwickelt.
  • Förderband: Ein Förderband liefert Mensabestellungen automatisch aus.

Im Klassenzimmer

  • Automatische Jalousie: Eine Jalousie, die mit Temperatur- und Helligkeitssensor selbstständig gegen überhitzte Klassenzimmer vorgeht.
  • Klassenmanagement-System und Klassenklima-Management: Zwei weitere Teams haben sich die Organisation und das Klima im Klassenzimmer vorgenommen.

Im Schulhaus und auf dem Gelände

  • Mülltrennung mit KI: Eine Kamera mit selbst trainierter Bilderkennungs-KI erkennt den Abfall, der dann automatisch getrennt wird. 
  • Hub-Roboter: Ein mobiler Roboter mit Hub-System hilft dem Hausmeister beim Transport von Tischen.
  • Schneeräum-Roboter: Im Winter übernimmt ein Roboter das Schneeräumen.
  • Bücher-Roboter: Ein kleiner Roboter fährt den Schülerinnen und Schülern mit ihren Büchern hinterher.
  • Duftdusche: Eine Duftdusche sorgt dafür, dass nach dem Sportunterricht alle wieder gut riechen.

Begeisterung beim Minister – und schon während der Projekttage

Bei der Abschlussveranstaltung am Mittwochabend stellten die Teams ihre Hacks zuerst in einer begehbaren Ausstellung und dann in kurzen Videoclips auf der Leinwand vor. Dr. Fabian Mehring, einst selbst Schülersprecher und Abiturient am Gymnasium Wertingen, sparte nicht mit Lob: „Ihr habt eindrucksvoll gezeigt, dass digitale Technologien kein Science-Fiction-Schreckgespenst aus der Zukunft sein müssen, sondern ganz konkret die Gegenwart verbessern können.“

Sein Fazit fiel entsprechend deutlich aus: „Das Wertinger Gymnasium zeigt, wie moderne Schule geht. Wer stundenlang am Handy hängt, tut sich keinen Gefallen. Wer dagegen lernt zu programmieren, Roboter baut und mit KI experimentiert, lernt heute genau das, was auf dem Arbeitsmarkt von morgen gebraucht wird.“

Begeistert war nicht nur der Minister. Schon während der Projekttage hatte Michael Büchler, Ausbildungsleiter bei KUKA, den Teams beim Tüfteln über die Schulter geschaut. Auch er war ganz begeistert von dem, was die Jugendlichen in so kurzer Zeit auf die Beine stellten.

Ein Preis für alle

Einen einzelnen Sieger gab es nicht, dafür einen gemeinsamen Preis für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer: einen Besuch im KI-Produktionsnetzwerk Augsburg. Überreicht wurde er von Dr. Fabian Mehring und Dr. Juliane Gottmann, der wissenschaftlichen Geschäftsführerin des Zentrums für Produktion der Zukunft an der Universität Augsburg.

Organisator Georg Weichselbraun, Mitarbeiter in der Schulleitung, zeigte sich sehr zufrieden mit dem Engagement der Schülerinnen und Schüler. Ebenso freute ihn die Begeisterung, die ihre Ergebnisse und ihre technischen Fähigkeiten bei Eltern, Sponsoren und Schirmherr auslösten.

Ein herzlicher Dank gilt den Coaches des KidsLab Augsburg, den betreuenden Lehrkräften Kerstin Betz, Christian Grunick und Stefan Buchele sowie den Unternehmen, die die Hackdays als Sponsoren unterstützt haben: KUKA, Grünbeck, GEDA, Grenzebach und WDT Werner Dosiertechnik.

Georg Weichselbraun